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Wählen kommt von Auswahl

Wählen kommt von Auswahl

Wenn die Wählerinneninnen und Wähler sich richtig informieren könnten, wäre schon so manche Wahl anders ausgegangen.

Nicht immer ist die Bequemlichkeit schuld, wenn ein(r) einfach nur ein Kreuz macht, wo viele andere auch ihr Kreuz machen und sich weiter nicht mit einer ziemlich komplexen Materie beschäftigt. Finde ich schade, kann es aber auch verstehen.

Aber es fühlen sich viele "einfache" Bürger nicht mehr  wirklich in den Parlamenten vertreten.  Viele Politiker in allen Parteien haben- so hat es zumindest den Anschein- weniger Gespür für das momentan Richtige als der viel zitierte „kleine Mann" aus dem Volk.

Wer gut informiert wählen will muss graben. Die Bild- Zeitung oder kurzgefasste Nachrichtensendungen in Radio und TV reichen nicht aus. Berichte sind oft oberflächlich und einseitig recherchiert und geben nicht das ganze Bild einer Situation wieder.

Besonders wenn man gewissenhaft wählen will, kann man sich über die vielen kleinen Gruppen kein Bild machen. Wer weis überhaupt von der Existenz der Deutschen Zentrumspartei. Wer kennt schon das Programm des ZENTRUMs oder gar die Kandidaten dieser Partei- es sei denn, er wohnt zufällig da, wo die Partei im Stadtparlament oder im Kreistag vertreten ist. Das gilt natürlich auch für andere kleine Parteien. Der frühere Bundesvorsitzende der Deutschen Zentrumspartei, Gerhard Ribbeheger, sagte einmal:

„Das Grundgesetz kennt keine kleinen Parteien oder Splitterparteien. Es gibt nur Parteien, die gemäß Grundgesetz den Auftrag zur Mitwirkung am Willensbildungsprozess haben."

Ein weiteres Problem ist die Chancenrechnung. Vor Wahlen werden immer möglichst oft und breit die Hochrechnungen für die im Parlament vertretenen Parteien hin und herbewegt.

Bloß nicht den Blick auf andere Gruppen frei geben. Die Auswahl wird durch die verkürzte Sicht künstlich verengt. Es wird dann am Wahlabend und am Tag darauf immer von den „Sonstigen" gesprochen. Von der Zentrumspartei (oder anderen) erfährt man deshalb nichts und man warnt gar, die Stimme sei verschenkt.

Tolle Demokratie!

Wenn aber viele unzufrieden sind und trotzdem das „kleinere Übel" wählen, kann man davon ausgehen, dass wohl eine qualifizierte Minderheit ganz anders wählen würde. Es könnte eine demokratisch einwandfreie Partei in ein Parlament gelangen und evt. ganz andere Ansätze zur Lösung von verschiedenen Problemen bieten.

Ein schrecklicher Gedanke für die sich fest im System wähnenden Seilschaften.

Der geneigte Leser kann mir seine Meinung per Mail senden, auch oder auch gerade wenn er meine Meinung nicht teilt. Meine Mailadresse findet sich auf meiner Homepage:

www.geiselandreas.de

11.2.07 21:03, kommentieren