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Ein Märchen ?!

Ein Märchen

E i n M ä r c h e n

 

Es war einmal in einem fernen Land. Dort herrschte ein König, der auf sein Volk hörte und es seinen Wünschen entsprechend regierte. Immer wieder wieß er seine Beamten an, nachzuforschen was das Volk gerne hätte und ließ sie dann einen Plan zu erarbeiten, damit die Wünsche der Mehrheit sogleich erfüllt würden.

Um diese Wünsche zu erfüllen, wurden Gesetze erlassen und Steuern erhoben.

Die Bewohner des Landes freuten sich über ihren König und verließen sich voll und ganz auf ihn. Nun konnte jeder Bürger seinem Geschäft nachgehen und bald sorgten sich alle nur noch um ihre privaten Dinge. Alle öffentlichen Belange wurden von den Beamten geregelt. Die Menschen verlernten es, ohne Lohn etwas füreinander zu tun.

 

Es wohnten aber auch Zwerge im Land, die konnten weder reden noch schreiben. Deswegen wohnten sie fast unbeachtet neben den anderen Bürgern. Seit alters her war es aber geregelt, dass die Menschen sich der Zwerge annahmen und sie beschützten und versorgten. Die Zwerge verwandelten sich sodann in Menschen. Nur so kamen wieder Menschen ins Land und sie sorgten dafür, dass die Menschen nicht ausstarben. Aber immer mehr Menschen mochten nicht mehr für Zwerge sorgen, da sie mehr Zeit für ihre Geschäfte haben wollten. So wurde aufgrund der Mehrheit beschlossen, dass man Zwerge in spezielle Einrichtungen geben konnte. Nun wurden aus diesen Zwergen auch Menschen, aber sie hatten nicht gelernt, sich ihrerseits um Zwerge zu kümmern.

Schon lange bevor das Gesetz für diese "Tagesstätten" beschossen wurde hatte es aufgrund einer Befragung ein Gesetz gegeben, dass es in bestimmten "extremen Situationen" erlaubte, Zwerge im Schlaf in ihren Bettchen zu ermorden. Dazu wurden sogar spezielle Geräte entwickelt und Menschen ausgebildet. Wenn es nun ein Mensch besonders schwer bei seinen Geschäften hatte und seine Geschäfte schlecht gingen, konnte er seinen Zwerg töten lassen, wenn er noch ganz klein war. So wurde sichergestellt, dass kein Zwerg sich vorher irgendwie wehren konnte. Wenn der Zwerg eine schwere Krankheit hatte, konnte er auch noch getötet werden, wenn er schon älter war. Das war aber schwerer, weil er sich wehrte. Die Menschen entwickelten eine hinterlistige Methode dafür:

Dem Zwerg wurde wie üblich ein Bad eingelassen. Statt des Schaumbades wurde aber ein ätzendes Gift in die Wanne gegeben, welches den armen Zwerg qualvoll verbrennen lies.

Die Menschen aber hatten aber kein Herz mehr für das Elend der Zwerge. Sie waren sehr beschäftigt, ihre Schätze zu pflegen und plagten sich alle Tage. Manche hatten ganz viele Schätze gesammelt und bauten sich große Paläste und fuhren jeden Tag mit prächtigen Wagen und großem Gefolge durch die Straßen. Andere hatten es nun schwerer, überhaupt etwas zu bekommen. Immer mehr Menschen hatten nun keine Zeit mehr für Zwerge, die Reichen aber wollten gerne in den Urlaub fahren und schöne Dinge tun. Viele Zwerge- nein- immer mehr Zwerge starben. Die die in die Tagesstätten gegeben wurden und zu Menschen geworden waren, die konnten nun auch keine Zwerge mehr aufziehen.

Die Jahre gingen ins Land. Die Menschen wurden älter und starben. Es waren aber nun immer weniger Zwerge da, die sich in Menschen verwandeln konnten. Deswegen gab es nun weniger Menschen.

Es gab nun schon länger ein paar Menschen, die diese Situation begriffen. Sie gingen zum König. Der König schickte aber seine Beamten los und die befragten das Volk. Das Volk aber wollte sich nicht mehr um Zwerge kümmern. Fachleute formulierten Ausreden, die alle gerne hörten, damit niemand beim Schätzesammeln gestört wurde.

Der König jagte die Menschen, die die bedenken geäussert hatten aus dem Palast und verschärfte die Gesetze, die den Menschen den Besuch im Palast ermöglichen sollten.

Nun berieten sich die Menschen die die Bedenken hatten und dann zogen sie von Haus zu Haus und erklärten den Menschen, warum die Gesetze im Lande falsch wären. Aber nur wenige hörten auf sie. Die meisten Bürger beschimpften sie sehr arg und warfen sie aus dem Haus.

Hat es nicht gerade bei Ihnen geklopft...

11.3.07 16:43, kommentieren